26.Spieltag: Bremen – Köln 3:1

Die deutsche Fußballliga ist Neuerungen gegenüber fast immer positiv aufgeschlossen und so wurde zur Rückrunde der Saison 2017/18 das Erfolgsrezept zum Schutz des Amateurfußballs durch Montagsspiele auch auf die erste Liga ausgeweitet. So ereilte uns an diesem Spieltag das große Los an einem Montagabend zu einem Bundesligaauswärtsspiel aufbrechen zu dürfen. Der Gegner war der SV Werder Bremen.

Wie bereits bei den vorangegangenen Montagsspielen in den anderen Stadien, entschieden sich die aktiven Fanszenen beider Vereine zu einem Boykott. Sportlich hatte dieses Spiel jedoch für beide Vereine einen hohen Stellenwert, so dass der Boykott nicht auf die erhoffte breite Zustimmung an diesem Tag traf. Für den FC war es nach den erfreulichen Ergebnissen der Wochenendspiele, die gefühlte einhundertste letzte Möglichkeit den Anschluss zu den Nichtabstiegsplätzen entscheiden zu verringern, aber auch der SV Werder Bremen konnte durch einen Heimsieg einen weiteren großen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen. So fanden viele „Umlandfans“ den Weg sowohl in die Heimsektoren, als auch in Gästeblock.

Da ich inzwischen im Bremer Umland tätig bin, entschloss ich mich, zusammen mit zwei Arbeitskollegen, den Weg ins nahe Bremen an zu treten. Pünktlich um 18:30 Uhr wurde Feierabend gemacht, um schnellen Weges in die Hansestadt an der Weser zu fahren. In Bremen wurden die letzten Kilometer zum Stadion zu Fuß, zusammen mit einem kleinen Wegbier zurückgelegt.

Wie bereits zwei Wochen zuvor in Sachsen, muss ich auch hier in Bremen die Lage des Stadions und die Weitenwirkung, der hier noch vorhandenen Flutlichtmasten positiv hervorheben. Es bereitet mir schon Freude durch das Viertel in Bremen zu laufen und über den Giebeln der Häuser das Flutlicht zu erahnen und dann an den Osterdeich zu kommen und herunter auf das Weserstadion zu zulaufen.

Da wir unterwegs noch eine Kleinigkeit zum Essen zu uns nahmen, erreichten wir erst zusammen mit einem kräftigen Regenschauer, kurz vor dem Anpfiff das Stadion. Im dann doch gutgefüllten Gästeblock wurde von Beginn an mitgefiebert, aber eine ordentliche Stimmung kam im gesamten Spielverlauf nicht wirklich auf. Auf Bremer Seite stellte sich ein ähnliches Bild dar.

Trotz des langen Regeneration Zeitraumes zeigte sich der FC nicht wirklich von der Niederlage gegen den VfB Stuttgart, von vor über einer Woche erholt bzw. verbessert. Zu oft wurden die entscheidenden Zweikämpfe verloren und einfache Spielzüge wurden nicht konsequent zu Ende gespielt, so dass sich nicht wirklich zwingende Torchancen für den FC ergaben. Nach einer Ecke konnte dann der Bremer Spieler Veljkovic völlig frei den Ball ins Tor schieben. So ging es auch in die Pause. In der zweiten Halbzeit zeigte sich der FC zunächst verbessert und konnte durch Osako den Ausgleich erzielen. Doch nur kurz keimte Hoffnung auf. Wieder einmal kassierte der FC in dieser Saison fast postwendend den erneuten Gegentreffer. Kurz vor dem Ende erhöhten die Bremer noch auf 3:1. Den Einsatz kann man den Spielern nicht absprechen, aber die Schlussfolgerung daraus kann nach 26 Spielen meiner Meinung nach nur sein, dass die Mannschaft einfach zu schlecht ist.

So ging es für meine Arbeitskollegen und mich auf den kurzen Nachhauseweg. Man muss ja am nächsten Morgen ausgeschlafen zur Arbeit erscheinen, um sich unqualifizierte Kommentare der zurückgebliebenen anderen Arbeitskollegen anhören zu dürfen. Als wenn der FC zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte so schlecht spielt und vor dem Abstieg in die zweite Liga steht. Diese Bundesligasaison ist nur aufgrund des Erfolgs in der vergangen Saison bisher ein richtiger Tiefschlag. Trotzdem geht die Abschiedstour weiter! Nächsten Sonntag empfangen wir im Heimspiel die Werksmannschaft aus Leverkusen.

Wie soll das nur der Amateurfußball verkraften, liebe DFL? – Aber dafür seid ihr ja nicht zuständig!

Major

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