19.Spieltag: Berlin – Köln 2:0

Zum Start ins Fußballjahr 2019 führte uns die Reise am Donnerstagabend nach Berlin-Köpenick. Nachdem man sich im FC-Trainingslager auf Mallorca standesgemäß auf die Rückserie vorbereitet hatte, hoffte man nun, dass auch unsere Mannschaft in der Vorbereitung an ihre Schmerzgrenze gegangen ist. Abgesehen vom HSV, hatte die Konkurrenz um die ersten drei Plätze Punkte liegen lassen, sodass der FC mit einem Auswärtssieg einen großen Schritt in Richtung direktem Wiederaufstieg machen konnte. Mit Zug, Bus und einem 9er-Bulli machte sich unsere Gruppe auf den Weg in Richtung Berlin, wo mit dem „Stadion an der alten Försterei“ eine echte Stadionperle auf uns wartete.

Meine kleine Reisegruppe entschied sich für eine Anreise mit der aktiven Fanszene mittels Buskonvoi. Da es seit 24 Stunden nahezu durchgehend in Köln und dem Rheinland geschneit hatte, ging weder an den Flughäfen, im Zugverkehr noch auf den Straßen im Rheinland irgendwas zusammen. Da auch unsere Busse eine nicht wirklich kleine Anfahrt nach Köln hatten, verzögerte deren Ankunft und somit unsere Abfahrt nach Berlin von 10Uhr auf kurz vor 12. Ehrlich gesagt habe ich bei der Abfahrt nicht mehr mit einem Spielbesuch gerechnet.

Da wir mit Achim allerdings einen absolut geisteskranken Steuermann an Deck hatten, sah jeder erneute Blick auf das Navigationssystem stündlich besser aus. Ab dem Kamener-Kreuz verabschiedete sich dann auch das weiße Monster aus dem Straßenverkehr und man konnte gewohnt entspannt die A2 nach Berlin durch scheppern. An der Autobahnabfahrt nahmen unseren Konvoi einige Kastenwagen der Polizei im Empfang und geleiteten uns direkt zum Eingang des Gästeblocks. Durch recht zügige Einlasskontrollen waren wir nun tatsächlich 30 Minuten vor Spielbeginn im Stadion.

Alkohol gab es heute leider nicht im Gästeblock, dafür zog allerdings der Geruch des riesengroßen Holzkohlegrills durch den Gästesektor. Wenn man dann ins weite Rund schaut und sieht, dass 3 von 4 Tribünen überdachte Stehplatzsektoren sind, geht einem als Fußballnostalgiker doch das Herz auf. Trotz der großen Versuchung auf lukrative Mehreinnahmen, wurde hier beim Stadionausbau auf teure Sitzplätze oder VIP-Logen im weiten Rund verzichtet. So konnte sich dieses Stadion seinen Charme bewahren und Union Berlin ist vermutlich nicht zuletzt deswegen auch das Heimstärkste Team in Liga zwei. Zudem wurde hier Wert darauf gelegt, dass nicht alles mit Bandenwerbung zugpflastert wird, sondern dass auch ausreichend Platz für Banner erhalten bleibt. Nun aber genug der Lobhudelei und ab zum Spiel.

Beim FC begannen Hauptmann sowie die Neuzugänge Kainz und Geis für Hector (Sperre), Horn und Özcan (verletzt). Mit 22.012 Zuschauern war die Hütte heute ausverkauft, und ausgerechnet ein gebürtiger Kölner versetzte die „Eisernen“ nach nur 25 Sekunden in Ekstase. Nach einer Flanke befand sich unsere Verteidigung vermutlich noch im Tiefschlaf. Marcel Hartel stand völlig frei, konnte den Ball mit der Brust annehmen und per sehenswerten Fallrückzieher zum 1:0 einnetzen. Der FC hatte fortan zwar 70% Ballbesitz, konnte damit jedoch nur wenig Zählbares anfangen (16./22.). Auf der Gegenseite konnte Innverteidiger Hübner relativ unbehelligt einen Freistoß aus dem Halbfeld zum 2:0 einköpfen (30.). Fünf Minuten später hatte der FC Glück, dass Ken Reichel im Abseits stand, ansonsten hätte es bereits 3:0 für Union Berlin gestanden. Auch während einer Überzahl von knapp 30 Minuten (Reichel/gelb-rot/67.) gelang es dem FC nicht, die beste Abwehr der Liga zu überwinden. Die aussichtsreichsten Gelegenheiten hatten Terodde (41.), Drexler (45.) sowie Jhon Cordoba (80.).

Durch den Sieg hat Union nun zwei Punkte Rückstand auf den FC, ebenso wie der FC St.Pauli. Diese beiden Teams spielen am kommenden Wochenende nun auch gegen einander. Insofern ist beim FC eine absolute Leistungssteigerung nötig, damit der zweite Tabellenplatz im anstehenden Auswärtsspiel bei Erzgebirge Aue verteidigt werden kann.

Während sich unsere 9er-Bulli-Besatzung die drei Tage bis zum Aue-Spiel in Polen, Tschechien und dem Erzgebirge vertreibt, ging es für uns relativ unspektakulär via Bus wieder zurück in die Domstadt. Diese erreichten wir am Freitagmorgen gegen halb 8. Während die einen ins Bett fielen, ging es für die anderen zur Arbeit, zur Vorlesung oder in die Schule. – Klingt komisch, ist aber so. Hoffe wir mal, dass Teil 2 der Ost-Tour ein wenig positiver verläuft.

Come on FC

pannemann