20.Spieltag: Aue – Köln 0:1

Am heutigen Mittwochabend stand das Nachholspiel des 20.Spieltags auf dem Programm, welches am 02.02.2019 aufgrund von massiven Schneefällen im Erzgebirge, drei Stunden vor Spielbeginn abgesagt werden musste. Für alle Gästefans äußerst bitter, da man quasi schon kurz vor den Stadiontoren stand. Immerhin zeigte sich unser Club kulant und erstattete den registrierten Ticketkäufern 30,00 Euro für den unnötigen Tagesausflug. Diese wurden, mit etwas Überstundenabbau, natürlich wieder umgehend in die heutige Tour investiert. Denn mit einem Auswärtssieg konnte der FC, erstmals seit Oktober 2018, wieder auf Platz eins springen.

Mit einer Autobesatzung und einem Neuner starteten wir gegen Mittag die zweite Abenteuerreise in das Erzgebirge. Dank des lautstarken Hinweises eines Mitfahrers und eines etwas unaufmerksamen Fahrers, konnte in Köln zunächst ein Auffahrunfall des Neuners verhindert werden. Nachdem sich die Nerven etwas beruhigt hatten, sorgten die letzten zugestiegenen Mitfahrer mit einem Kasten Freibier (für erstattete Sehhilfen), Softdrinks und allerhand Alkopops der Marke „Blizzard“ für einen Lachflash im Schneemobil. Es waren heute immerhin 18 Grad Außentemperatur und wir beteten zu Gott, dass uns eine weitere weiße Überraschung im Erzgebirge erspart bleibt.

Bis auf ein paar LKW-Kolonnen waren die Ost-West-Autobahnen heute ziemlich frei und wir kamen zeitlich gut durch. Für einen weiteren Kracher sorgte ein großes Plakat an einer Firmenhalle in Ostdeutschland. Direkt neben der Autobahn war darauf zu lesen „Merkel muss weg“. Während ein Mitfahrer mit Laptop und Telefon seinen Homeworking-Tag dann auch mal gegen 15Uhr beendete, konnte man im Glanz der untergehenden Sonne die beeindruckende Skyline der Metropole Jena bewundern. Es ist jedes Mal wieder ein besonderes Erlebnis, diesen Abschnitt der A4 befahren zu dürfen.

Ein ziemlich schlimmer und trauriger Tag, wird für unsere Gruppe wohl immer das heutige Datum, der 27.02. bleiben. Denn vor genau zwei Jahren verstarb unser Gruppenmitglied Simon an den Folgen einer Krebserkrankung. Um ihm zu gedenken, haben wir heute auf unsere Gruppenfahne verzichtet, um unserem passionierten Marathonläufer einen ganz lieben Gruß in den Himmel zu senden. Du fehlst uns, Junge. Hoffe dir geht es gut, wo immer du auch gerade bist. Irgendwie passte es ja dann auch ins Bild, dass der FC am heutigen Tag wieder die Möglichkeit hatte, den Platz an der Sonne zu erobern.

Diesen wollten wir traditionell mit einem Nudeltopf-Testessen angehen. Vorab gingen die Meinungen über den Geschmack, des Bundesweit wohl einzigartigen Stadionessens weiter auseinander. Nach dem Testessen waren nahezu alle Probanden der Ansicht, dass ein Besuch von Frank Rosin diesem Restaurant dringend anzuraten ist. Sofern hier seitens Erzgebirge Aue Interesse besteht, können wir gerne eine Verbindung herstellen.

13.000 Zuschauer waren am heutigen Abend, in das neue, 16.000 Zuschauer fassende Erzgebirgsstadion gekommen. Natürlich schlägt mein Herz für alte, zerfallene Arenen mit Charme und Nostalgie. Aber das macht die DFL leider nicht mehr mit. Mit den neuen Stadien in Darmstadt, Karlsruhe, Kiel, Aue und Krefeld, werden die wenigen echten, alten Stadionperlen in den ersten drei Ligen leider immer weniger. Gegenüber vielen anderen 0815-Baustein-Stadien, gefällt mir das neue Erzgebirgsstadion dann jedoch noch etwas besser als der Durchschnitt.

Beim FC gab es heute vier Veränderungen in der Startelf. Für Schmitz, Clemens, Horn und Koziello begannen Höger, Czichos Risse und Kainz. Und wie so oft, verpennte der FC die Anfangsphase und konnte sich bei Timo Horn bedanken, nicht nach vier Minuten zurück zu liegen (2./4.). Auf der Gegenseite vergab Simon Terodde für den FC (6.). Das Heimteam aus dem Schacht hatte mehr vom Spiel, der FC ging jedoch überraschend – erneut nach einer Geis-Standartsituation – mit 1:0 in Führung. Zwar wusste so recht niemand, wie und durch wenn der Ball in das Tor von Keeper Männel bugsiert worden ist. Aber das war uns auch herzlich egal. Bis zum Halbzeitpfiff vom guten Schiedsrichter Martin Petersen, hätte der FC die Führung durchaus ausbauen können (38./40./42.).

Im zweiten Durchgang wurde es nur noch einmal brenzlig vor dem FC-Tor. Aber Timo Horn parierte einen Hochscheidt-Schlenzer glänzend (61.). Ansonsten brachte der FC das Ergebnis ziemlich routiniert über die Zeit. Wenngleich man sagen muss, dass ich Ewigkeiten nicht mehr so einen Grottenkick gesehen habe. Aber mit dem Blick auf die Tabelle ist mir das herzlich egal.

Nach dem Spiel ging es ruck-zuck auf die Piste, denn am nächsten Tag stand ja bereits Weiberfastnacht an. Gegen 3Uhr am Morgen erreichten wir unsere geliebte Domstadt, wo der Platz eins, zumindest bis zum kommenden Sonntag ausgiebig gefeiert werden kann. In diesem Sinne – Prost ihr Jecken!

Come on FC

pannemann