22.Spieltag: Paderborn – Köln 3:2

Mit den kommenden Gegnern Paderborn und Sandhausen konnte man nun zweifellos sicher sein, dass man die erste Liga verlassen hatte. Wenngleich unser heutiger Gastgeber aus Paderborn, unter Trainer Steffen Baumgart, seine Erfolgsgeschichte als Aufsteiger gnadenlos fortführt. In den letzten 59 Ligaspielen (3.Liga / 2.Liga) schossen die Ostwestfalen unglaubliche 140 Tore. Einzig der FC kann in dieser Saison, mit 51 geschossenen Toren, den SCP knapp überbieten (50). Die 3:5-Hinspiel-Niederlage sollte insofern eigentlich Warnung genug gewesen sein.

Heute durfte ein jeder FC-Fan im Handwerker-Style am Freitagmittag den Hammer fallen lassen. Denn um 18:30Uhr stand das Abendspiel beim SC Paderborn auf dem Programm. An und für sich eigentlich eine ganz glückliche Terminierung, konnte man doch mit dem WET oder dem Entlastungszug innerhalb von zwei Stunden, relativ entspannt von Köln nach Ostwestfalen durchfahren. Bei herrlichem Frühlingswetter und Sonnenschein wurden also die ersten Kannen geköpft und sich auf das Spiel eingestimmt. Während für die einen der Fußball der Mittelpunkt der Welt ist, sind für die anderen die Deutsche Bahn und deren Züge das non plus Ultra. So lieferte man sich unterwegs die ein- oder andere Pöbelarie mit Trainspottern, die es sich mitten in der Pampa gemütlich gemacht hatten, um schöne Fotos von Zügen zu schießen. Sofern ihr euch in diesem Bericht angesprochen fühlt, würden wir uns sehr über ein paar Abzüge der Bilder freuen.

In Paderborn angekommen, erwartete uns bereits der Rest der Crew am Hauptbahnhof. Relativ unspektakulär ging es via Shuttlebus vom Hauptbahnhof zum Stadion. Einzig ein Kollege aus Oldenburg hatte am heutigen Nachmittag wohl etwas zu stark den Beginn des Wochenendes gefeiert. Ohne die Hilfe seiner ehrenamtlichen Betreuer war an ein Stadionbesuch nicht zu denken. Aber auch dieses Hindernis konnte problemlos umgangen werden, da das Sicherheitspersonal beim warten mit sinnlosen Fragen zum Stadionneubau in den Wahnsinn getrieben wurde. Dennoch eine tolle Idee vom SCP, alle Zahlen, Daten und Fakten zur neuen Arena auf der Rückseite der Eintrittskarte auf zu führen.

Grundsätzlich gibt es für mich noch zwei weitere Gründe für einen Stadionbesuch beim SC Paderborn. Das gute Paderborner-Billigbier gibt es hier zwar leider nicht im Stadion, dafür jedoch zwei Klassiker der Stadionhits. Zum einen das, wie ich finde, äußerst gelungenen SC-Paderborn-Lied („Helden geben nie auf“) und dann natürlich den „Halbzeit“-Hit der Phudys, der bei jedem Pausentee beim SCP ertönt. Wer zudem schon einmal den Begriff „Playstation SC Paderborn“ bei google gesucht hat und sich in einem Video erklären lässt, was „Liebe“ bedeutet, der muss diesen Club einfach mögen.

Mit 15.000 Zuschauern war das Stadion heute ausverkauft und unser Coach brachte dieselbe Startelf, die den FC St.Pauli mit 4:1 besiegt hatte. Der FC wurde im ersten Durchgang seiner Favoritenrolle gerecht und hatte einige gute Abschluss-Szenen (6./18./19./20./24.), bei einem Torschuss der Gäste (11.). In der 38. Minute verwertete der Formstarke Jhon Cordoba eine prima Vorarbeit von Dominick Drexler zum verdienten 1:0 für den FC. Zum Glück vergab Michel den Ausgleich auf der Gegenseite (42.) und so ging es mit dem Song der Phudys in die Kabinen.

Nach der Pause dreht der FC mächtig auf und drängte auf den zweiten Treffer (50./57./63./68.). Zudem hätte es in der 54. Minute zwingend einen Foulelfmeter geben müssen (Strohdiek an Terodde), den Schiedsrichter Waschitzki jedoch verweigerte. So war es dem, erstmals spielberechtigten Anthony Modeste vergönnt, vier Minuten nach seiner Einwechselung auf 2:0 zu stellen (73.). Nun brachen natürlich alle Dämme und man wähnte sich bereits am Ziel.

20 Minuten später sah die ganze Sache eher unvorteilhaft aus. Einmal bei einer unnötigen Standartsituation gepennt (80.), zwei Sonntagsschüsse bekommen (85./92.) sowie eine gelb-rote Karte für Florian Kainz (89.) und die 5. gelbe Karte für Raphael Czichos kassiert. So verlierst du so einen Kick und fragst dich am Ende, was hier eigentlich gerade abgelaufen ist.

Ziemlich abgefuckt machte man sich nun auf den Heimweg und konnte sich in den folgenden Tagen sogar noch glücklich schätzen, dass man aufgrund der Unfähigkeit der Konkurrenz, weiterhin auf Platz drei in Liga zwei rangiert.

Gegen die Kellerkinder aus Sandhausen, Aue, Ingolstadt, Bielefeld und Duisburg sollten nun bis zur Länderspielpause tunlichst Punkte eingefahren werden, um mit einer guten Ausgangsposition in das Saisonfinale gehen zu können.

Come on FC

pannemann