23.Spieltag: Köln – Sandhausen 3:1

Die 2:3-Niederlage in Paderborn hatte die Woche über durchaus seine Spuren hinterlassen. Während der FC auf Platz drei abgerutscht ist, hatte sich der kölsche Blätterwald auf Markus Anfang eingeschossen. Mich persönlich hat die bittere Pleite auch ein paar Tage lang beschäftigt. Mich tröstete jedoch der Gedanke, dass die Konkurrenz um die vorderen Plätze ähnlich inkonstant punktet und dass die Qualität des FC-Kaders schon ausreichen wird, um a) mal wieder eine Siegesserie zu starten und b) irgendwann auch mal wieder überzeugende Spiele ab zu liefern.

Die 49.600 Zuschauer erwarteten gegen den Tabellenvorletzten aus Sandhausen also nichts weniger als drei Punkte und karnevalistische Nachmittagsunterhaltung. Wie es aber tatsächlich um die Psyche der Mannschaft in dieser Drucksituation bestellt ist, zeigte sich in Durchgang eins. Wie in einigen Spielen zuvor auch, gingen die Gäste bereits nach wenigen Spielminuten in Führung. Koziello ging an der Außenlinie ziemlich ungestüm in einen Zweikampf mit Dennis Diekmeier. Dieser konnte infolge dessen recht unbedrängt auf den Kopf von Wooten flanken, der mit einem platzierten Kopfball ins lange Eck, Timo Horn keine Chance ließ (4.). Die Gäste liefen den FC bereits beim Spielaufbau hoch an. Mit dem Pressing kam der FC überhaupt nicht klar und so gab es lediglich einen Abschluss durch Jhon Cordoba in Halbzeit eins (45.). Man musste schlimmes für den zweiten Durchgang befürchten.

Nach dem Wechsel kam Marco Höger für Jannes Horn ins Spiel. Eine Standartsituation von Johannes Geis erwies dann erneut als Brustlöser für Mannschaft und Stadionstimmung. Denn den Geis-Freistoß wuchtete Dominick Drexler irgendwie zum 1:1-Ausgleich über die Torlinie (49.). Nun war der FC im Angriffsmodus und erspielte sich einige sehr gute Möglichkeiten (59./64./81.).

Bereits in der ersten Halbzeit hatten Diekmeier (im speziellen) und Co. bereits fünf Minuten Nachspielzeit durch angebliche Verletzungen und Zeitspiel auf die Uhr gebracht. Und auch im zweiten Durchgang brachte die Berufsauffassung der Gästespieler das Stadion auf die Palme, zumal dem FC in der Schlussphase des Spiels auch die Zeit weg lief. Nachdem für die meisten Kutten der Tag gerettet war, dar Anthony Modeste in der 78. Minute für Simon Terodde eingewechselt wurde, begann die hochemotionale Schlussphase. Denn dem Rückkehrer genügten tatsächlich 15 Minuten, um das Spiel mit zwei tollen Toren für den FC zu entscheiden (83./95.). Letztlich waren natürlich alle Überglücklich über den wichtigen 3:1-Erfolg.

Nachdenklich stimmten mich allerdings zwei Dinge. Zum einen der Umgang 23-Tore-Mann Simon Terodde (21 Spiele). Dieser Typ müsste eigentlich mit stehenden Ovationen bei Ein- und Auswechslungen begrüßt, bzw. verabschiedet werden. Ohne ihn würden wir heute nicht da stehen, wo wir jetzt sind. Stattdessen werden, ob ihrer aktuell wirklich hervorragenden Leistungen, Jhon Cordoba und Anthony Modeste extrem gehypt. Hier würde ich mir etwas mehr Feingefühl vom Publikum für alle unsere drei Top-Stars wünschen.

Zum anderen die Stimmung im Stadion. Oftmals scheinen vielen Besuchern das Bier, die Bratwurst und das Popcorn wichtiger zu sein, als seinem Club in schwierigen Momenten den Rücken zu stärken. Man will ja schließlich von den 22 Mann auf dem Spielfeld unterhalten werden und nach Möglichkeit ein (FC-)Tor nach dem anderen Feiern. Aber mit diesem Thema scheinen wir beim FC nicht alleine zu sein. An diesem Wochenende gab es auch in den aktiven Fanszenen von Dortmund (Flugblätter) und Mönchengladbach („Ihr könnt nach Hause geh’n“ – Gesänge) Themen dazu. Glücklicherweise stehen bei uns jetzt erstmal wieder zwei Auswärtsspiele im Terminkalender, wo die ganze Sache dann meist wieder etwas positiver Aussieht (Der Nudeltopf in Aue soll ja nicht mehr so gut sein!). So kann und muss es weitergehen.

Come on FC

pannemann