26.Spieltag: Duisburg – Köln 4:4

Die Entscheidungen im Abstiegs- und Aufstiegskampf befinden sich im Monat April auf der Zielgeraden. Unser Auswärtsspiel beim MSV Duisburg sollte eigentlich am 17.03.2019 stattfinden. Aufgrund der Unbespielbarkeit des Platzes (Danke an dieser Stelle an den KFC Uerdingen und Fortuna Köln) wurde das Spiel auf den heutigen Mittwochabend verlegt. Für den FC ergab sich aus der Tabellensituation heraus nun ein absolutes Bonusspiel im Aufstiegsrennen, während der normale Arbeitnehmer mit der Anstoßzeit um 18:30Uhr mal wieder die Arschkarte gezogen hatte. Aber hey, Hauptsache der sky-Konsument muss sich am heutigen Abend nicht zwischen der 2.Bundesliga und dem Champions-League-Viertelfinale entscheiden.

Insofern wurde heute nach sechs Arbeitsstunden der Hammer fallen gelassen und ein paar Überstunden abgebaut. Glücklicherweise bot unser Fanprojekt, gemeinsam mit der Tri Train Rental GmbH, Entlastungszüge nach Duisburg an. Dadurch gestaltete sich die Anreise vom Hbf in Köln nach Duisburg-Schlenk doch relativ entspannt. „Der Schaffner der guten Laune“ alias Peer Kusmagk führte heute einmalmehr mit lustigen Lautsprecherdurchsagen und Reiseinformationen durch die circa 50-minütige Fahrt. Der Typ geht echt auf in seinem Job und hat absolute Entertainer-Qualitäten. Keine Ahnung was der Verrückte sich vor jeder Fahrt einwirft. Aber scheinbar hatte er heute nicht nur die Passagagiere richtig lala gemacht, sondern auch den Zugfahrer. Denn dieser fuhr locker lässig an der Station Duisburg-Schlenk vorbei und brachte den Zug am Duisburger Hbf zum Stehen. Nach kurzer Diskussion war schließlich irgendwann klar, dass der Entlaster nicht wieder zurück nach Schlenk fahren wird. Stattdessen sollten sich alle Fußballasis aus dem Zug bitte zur S-Bahnlinie eins bewegen. Die S1 platzte überraschender Weise aus allen Nähten, aber für drei Minuten Fahrtzeit war das irgendwie annehmbar. Als schließlich auch der zweite Entlaster in Duisburg-Schlenk eintraf, setzte sich die rot-weiße Karawane in Bewegung.

Wohl aus Angst vor einem erneuten Blocksturm, hatten sich Polizei und der örtliche Sicherheitsdienst heute mal etwas Neues einfallen lassen. Ein circa 500 Meter langer Schleusenapparat aus Metallstangen, in deren Mitte verschiedene Check-Points und Kontrollpunkte waren, um die große Masse, in kleine Gruppen zu separieren und zu kontrollieren. Solche Konzepte mögen in der Theorie vielleicht funktionieren, in der Praxis benötige man dazu aber auch fähige Leute vor Ort.

Das ganze entwickelte sich mit fortlaufender Zeit zu einer absoluten Lachnummer. Anstatt zu arbeiten, erstarten die „Gelbwesten“ entweder in Ehrfurcht, spielten auf ihrem Handy rum oder ließen sich von Ihrem Einsatzleiter, der nicht die hellste Kerze auf der Torte war, schikanieren. So wurde unsere „erste Reihe“ in verschiedenen Checkpoints circa 40 Minuten lang „kontrolliert“, während sich am hinteren Ende der Karawane langsam Unmut breit machte. Aber die Polizei hatte zur Abschreckung ja immerhin einen Wasserwerfer in Stellung gebracht. So war es wenig verwunderlich, dass die Anstoßzeit von 18:30Uhr auf 18:45Uhr verschoben werden musste. Wohlgemerkt, die Insassen der beiden Entlastungszüge waren um 16:30 Uhr am Eingang des Gästeblocks – also zwei Stunden vor Spielbeginn! Da kann sich wirklich nur noch an den Kopf fassen. Zudem ist das Wedaustadion, mit dem tollen neuen Sponsorennamen, wohl das einzige Stadion in den ersten drei deutschen Spielklassen, in dem es keine elektronische Ticketkontrolle gibt. Klingt komisch, ist aber so.

Kommen wir zum Spiel. Die Stadionkapazität wurde aufgrund von Pufferblöcken auf 27.000 Zuschauer reduziert. 25.675 Besucher fanden heute den Weg in „die Wedau“, von denen sicherlich 10.000 dem FC die Daumen drückten. Beim FC gab es drei Änderungen in der Startelf. Sobiech, Schaub und Terodde begannen anstelle von Mere, Geis und Modeste. Für Erheiterung sorgte zum Intro die Choreographie im Heimbereich, die, sagen wir einmal, semioptimal funktionierte. Umso schöner, wenn man am Ende noch ein lachendes Zebra erkennen konnte. In Sachen Humor kennen die blau weißen sich zumindest bestens aus. Vielen Dank dafür.

Im ersten Durchgang verhielt sich der FC ungewöhnlich passiv und verpennte quasi die komplette erste Hälfte des Spiels. Folgerichtig ging es mit 2:1 für den Meidericher SV in die Pause (Tor zum 1:1 durch Cordoba/24.). In der zweiten Hälfte spielte der FC auf die Gästekurve und zündete in den ersten zehn Minuten ein offensiv-Feuerwerk. Schaub (47.), Cordoba (53.) und Terodde (54.) brachten den FC mit 4:2 in Front und den Gästesektor zum ausrasten. Anschließend zog sich der FC zurück und der MSV übernahm wieder das Kommando. Nicht ganz unverdient sorgten Stoppelkamp (71.) und Wolze (81.) für den 4:4-Ausgleich. In der Nachspielzeit hatten beide Teams noch die Möglichkeit auf drei Punkte. Aber weder Schnellhardt (91.), noch Hector (92.) oder Czichos (93.) konnten die Kugel im Kasten unterbringen. So bleib es schließlich bei der insgesamt verdienten Punkteteilung.

Mit zehn Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz, plus dem, mit Abstand besten Torverhältnis in Liga zwei, steht der FC, sechs Spieltag vor Saisonende, absolut positiv dar. Am kommenden Montagabend kommt es dann im ausverkauften Müngersdorfer Stadion zum Showdown gegen den HSV. Hoffen wir, dass hier der letzte Grundstein für eine Rückkehr in die Fußball Bundesliga gelegt wird.

Come on FC

pannemann