Europa League: Köln – Arsenal 1:0

Während in der Bundesliga bisher gerade einmal zwei Unentschieden heraus sprangen, konnte in der der Europa League zumindest schon mal ein Sieg gefeiert werden. Am vorletzten Gruppenspieltag begrüßten wir heute Arsenal London in Müngersdorf. Und alle wünschten sich wohl nichts sehnlicher, als ein Endspiel um Platz zwei in der Gruppe, am letzten Spieltag in Belgrad. Dafür musste nicht nur heute in Müngersdorf, sondern auch im Parallelspiel zwischen Bate Borisov und Roter Stern Belgrad ein entsprechendes Ergebnis erzielt werden.

Die Voraussetzungen waren allerdings denkbar ungünstig. Zwar bestand das Team der Gunnners aus einer B-Elf (Elf Änderungen gegenüber dem Ligaspiel gegen Tottenham), aber auch der FC hatte mit sieben verletzten Stammspielern sowie Lehmann und Rausch auf der Bank eher eine zweite Mannschaft auf dem Feld stehen. Außerdem bestand die Sturmreihe der Gäste aus Spielern wie Wilshere, Welbeck und Giroud.

Zu Beginn des Spiels wurde zunächst der verstorbenen FC-Legende Hans Schäfer gedacht, der am 7.November im Alter von 90 Jahren verstarb. Sehr emotional und mit lautstarkem Klatschen wurde „de Knoll“ von 47.000 Zuschauern mit einem „Ehrenapplaus“ bedacht. Das Spiel startete, wie man es erwarten konnte. Die Gäste übernahmen des Kommando und hatten in der ersten Halbzeit einige Abschlüsse zu verzeichnen (2./14./21./30./33.). Zu allem Überfluss verletzte sich unser Abwehrchef Dominik Maroh nach einer halben Stunde und musste ausgewechselt werden. Für ihn kam Konstantin Rausch in die Partie.

Daraufhin kippte im Stadion die Stimmung. Bereits vor der Auswechslung gab es Unmutsbekundungen und Raunen, aufgrund von Unzulänglichkeiten im FC-Spiel. Man muss sich das einmal reinziehen, – beim Spielstand von 0:0 gegen Arsenal London! Natürlich macht es im Moment absolut keinen Spaß sich das Spiel einer völlig verunsicherten Mannschaft an zu sehen. Aber die Jungs kämpfen und versuchen alles, um irgendwie mit dem Club wieder nach vorne zu kommen. Mich macht es absolut traurig und wütend, dass vor allem einzelne Spieler nieder gemacht oder ausgepfiffen werden. Vor sechs Monaten wurden dieselben Jungs noch auf Händen durch die Stadt getragen und gefeiert.

Aber so sieht es nun einmal heute zu Tage aus. Wenn das Volk nicht bespasst und unterhalten wird, wird gepfiffen, anstatt die Fresse auf zu machen um sein Team zu unterstützen. Bleibt einfach zu Hause, geht ins Kino oder guckt euch „euern“ FC im Pay-TV an. Solche Event-Ottos braucht kein Verein dieser Welt im Stadion.

Wie es besser geht, zeigte ein lautstarker Wechselgesang zwischen Süd- und Nordtribüne, den Müngersdorf so wohl noch nicht erlebt hat. Zu Gute kam der ganzen Sache sicherlich, dass auch die Gästefans mit „Come on FC“ ihr Team pushen wollten. Torlos ging es in die Katakomben.

Nach dem Seitenwechsel stand der FC kompakter und ließ weniger Torabschlüsse der Gäste zu. Eine Stunde war gespielt, als Guirassy völlig freistehend aus 16 Metern Keeper Ospina in die Arme schoss. Auch hier gab es wieder Unmutsbekundungen. Drei Minuten später lag sich das Stadion dann wieder in den Armen und feierte exakt denselben Spieler. Denn nach einem Foulspiel gab es einen Strafstoß für den FC. Der 21-jährige übernahm die Verantwortung und verwandelte den Ball mit einem strammen Schuss in die Mitte (63.). Man hätte sich nicht ausmalen wollen, was passiert wäre, wenn Guirassy den Ball nicht verwandelt hätte. So gab es eine lautstarke Party dreißigminütige Party in Müngersdorf, von der die Mannschaft durch noch mehr Einsatz und der zweiten Luft profitierte. Dank Timo Horn wurde der 1:0-Erfolg über die Zeit gerettet (89./90.+3) und auch das Parallelspiel endete mit dem perfekten Ergebnis für den FC. Borisov und Belgrad trennten sich mit 0:0, sodass unser Traum wahr werden wird.

Wir fahren am 7.Dezember zum letzten Gruppenspiel mit dem FC in den Hexenkessel von Belgrad und können durch einen Sieg aus eigener Kraft die K.O.-Phase der Europa League erreichen. Dazu überträgt Sport1 das Spiel live im free TV, was für jeden Fußballinteressierten in Deutschland ein muss ist. Die Konstellation mit dem Gruppenfinale und der einzigartigen Atmosphäre in der alten Schüssel von Belgrad werden für alle Beteiligten wohl auf ewig unvergessen bleiben – egal wie das Spiel ausgehen wird.

Trotz aller Vorfreude steigt am Sonntagabend das nächste Ligaheimspiel gegen Hertha BSC Berlin. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich unser Rumpfteam ihr Kämpferherz bewahrt, um auch gegen die alte Dame das unmöglich möglich macht. Auf unsere Stimme könnt ihr zählen.

Come on FC

pannemann