34.Spieltag: Wolfsburg – Köln 4:1

Endlich war es geschafft. Die schier endlos erscheinende Rückrunde mit ständigem Hoffen und Bangen hatte nun sein Ende gefunden. Zum Abschied aus der Bundesliga sollte nochmal alles an Fanpower mobilisiert werden, um sich mit einem guten Auswärtsauftritt würdig zu verabschieden. Leider kam es einmal mehr anders als erhofft und so erlebte man einen ziemlich überflüssigen Fußballnachmittag bei einem, von Volkswagen gepimpten Plastikclub. Aber fangen wir von vorne an.

Zum letzten Spieltag in Wolfsburg sprach man sich innerhalb der aktiven Fanszene für einen großen Buskonvoi aus. So trafen sich am frühen Samstagmorgen circa 20Reisebusse in unserer schönen Stadt. Auch wir konnten in kürzester Zeit eine sehr vielversprechende Busbesatzung zusammentrommeln und so startete man fast pünktlich in Richtung Autostadt. Die Polizei schien von der Aktion bereits Wind bekommen zu haben und sorgte durch die Sperrung einiger Kreuzungen im Stadtgebiet dafür, dass die Busse hintereinander die Autobahn erreichten. Bei bestem Wetter, top Musik und kalten Getränken gestaltete sich die Hinfahrt recht kurzweilig. Kurz vor dem Ziel zeigte unser Navi die Ankunftszeit 14:23 Uhr an.

Unser Buskonvoi wurde auf der Anfahrt zum Wolfsburger Stadtgebiet allerdings durch mehrere Kastenwagen der Polizei, welche von einer Seitenstraße aus kamen, auseinandergerissen. Mindestens zwei unserer Busse wurden durch die Kastenwagen der Polizei umgeleitet und in einem Gewerbegebiet kontrolliert. Da niemand wusste, was der Grund für diese Aktion ist, warteten alle übrigen Busse auf der Landstraße.

Da die Zeit immer weiter voran Schritt, entschlossen sich die übrigen Busse zur Weiterfahrt zum Stadion. Circa 20 Minuten vor Spielbeginn erreichte unser Bus den Parkplatz hinter dem Gästeblock. Nach der Aktion mit den beiden Buskontrollen hätte man sich wohl schon ausmalen können, was folgen nun würde. Die Einlasskontrollen waren ziemlich chaotisch, da natürlich jeder zum Anstoß im Stadion sein wollte. Nun entschloss sich auch die Polizei, den ohnehin schon engen Treppenaufgang, mit einer großen Anzahl von Einsatzkräften weiter zu verengen. Unter Einsatz von Pfefferspray wurde sich dann Platz verschafft, um anschließend ins Mundloch zum Gästeblock vor zu dringen. Hier gab es eine körperliche Auseinandersetzung mit vielen FC-Fans, welche das Vordringen der Polizei in den Gästeblock verhinderten. Schließlich entschlossen sich die Beamten dazu, sich zurück zu ziehen und 50 FC-Fans, welche draußen auf der Treppe vor verschlossenen Türen standen, in Gewahrsam zu nehmen. Unter dem Vorwurf des versuchten Landfriedensbruches wurden während des Spiels die Personalien aufgenommen. Was dieser ganze Zirkus heute nun sollte, wird wohl das große Geheimnis der Polizei Niedersachsen bleiben.

Aufgrund dessen war es das mit einem stimmungsvollen Abschied aus Liga eins. Keine Banner am Zaun, kein koordinierter Support und die meisten der 4.000 Gästefans wunderten sich wohl, dass im Abstiegsendspiel so viele Plätze im Heimbereich des Stadions unbesetzt blieben. Auf der Rückseite der Arena fuhren zwischenzeitlich gar zwei Wasserwerfer der Polizei auf und ab. Schon kurios, wie man in der Kürze der Zeit solche Ungetüme organisieren konnte.

Sportlich lief es im Übrigen unwesentlich besser. Bereits in der ersten Minute netzte Guilavogui für den VfL ein. Zwar konnte Jonas Hector noch sehenswert ausgleichen. Aber mit einer völlig indiskutablen Leistung unterlag man letztlich verdient mit 4:1 gegen den Werksclub. Durch dieses Ergebnis hatte man gleichzeitig dem HSV ein Ticket für die Liga zwei ausgestellt, was ich persönlich eher uncool finde. Zumindest ließen sich die Rothosen nicht hängen und konnten die Gäste vom Niederrhein mit 2:1 besiegen.

Somit schließt sich der Vorhang der Spielzeit 2017/2018. All unsere Träume gingen zu Beginn dieser Saison für eine ganze Generation von FC-Fans in Erfüllung. 25 Jahre mussten wir auf diese Momente in London, in Borisov und in Belgrad warten. Und wenn man diese Generation befragen würde, ob dieser Abstieg es Wert war, würde wohl eine große Mehrheit mit „ja“ antworten.

Es scheint das Schicksal unseres Clubs zu sein, im Erfolgsfall den Boden unter den Füßen zu verlieren und zu denken, alles läuft von alleine. So müssen wir einmal mehr die Suppe auslöffeln, welche unsere ehemaligen Helden uns eingebrockt haben. Zumindest ist der Verein wirtschaftlich Gesund und es bleibt zu hoffen, dass nicht eine zweite Sommerpause hintereinander dafür genutzt wird, um Geld aus dem Fenster zu werfen oder die Vorbereitung zu verschlafen.

Wir wünschen allen unseren Wegbegleitern eine erholsame und entspannte Sommerpause. Lasst es euch richtig gut gehen! Wir sehen uns spätestens am ersten Augustwochenende in Regensburg, Bochum, Sandhausen oder Magdeburg.

Come on FC

pannemann