34.Spieltag: Magdeburg – Köln 1:1

Letzte Runde – Feierabend! Der Saisonabschluss führte uns an diesem Sonntag an die Elbe. Das eigentliche Highlightspiel in dieser Saison fand ausgerechnet am letzten Spieltag statt. Seit einer Woche war die sportliche Brisanz allerdings aus der Begegnung raus. Der FC war auf–, und der FCM abgestiegen. Zudem führten bauliche Veränderungen im Magdeburger Stadion dazu, dass der Block U seinen angestammten Platz im Norden verlassen musste und direkt neben den Gästeblock auf die Süd umquartiert wurde. Dadurch entwickelte sich am heutigen Tag ein Stadionerlebnis der besonderen Art.

Wir trafen uns an diesem Morgen zum Sonnenaufgang in Köln, um gemeinsam mit einem Buskonvoi der Fanszene nach Magdeburg zu starten. Wir hatten uns heute für eine kleine, aber feine Luxus-Reisebusvariante entschieden. Mit 30Plätzen, geräumigen Business-Leder-Sitzen, einem Kühlschrank und zwei echt entspannten Fahrern, begannen wir die Tour in den Osten der Republik. Die Ultragruppen hatten zu einer Anreise in roten Shirts aufgerufen. Denn die letzte Auswärtstour der Saison stand unter dem Motto „Wir sind die Fans – Wir sind der Verein“. Dementsprechend entwickelte sich an den Rasthöfen und im Gästeblock ein ziemlich imposantes rotes Bild. Bis auf eine Buspanne von einem Bus im Konvoi, verlief die Hinfahrt relativ unspektakulär.

Als wir die Autobahnabfahrt hinter Magdeburg verließen, konnten man auf den Landstraßen alle paar Meter Zivilbeamte in ihren PKW’s bewundern. Ein Hubschrauber der Polizei scheint bei solchen Spielen mittlerweile auch der Standard zu sein. Über irgendwelche Feldwege und Kleingärtnersiedlungen bahnte sich der Konvoi seinen Weg zum Stadion. Man sah lediglich vereinzelt ein paar FCM-Fans. Unter anderem in der „Abseitsfalle“, welches eine ziemlich kultige Kneipe in Stadionnähe zu sein scheint.

„Per pedes“ ging es von den Bussen aus, über zwei Sportplätze, zum Eingang des Gästesektors. Bei sommerlichen Temperaturen konnte die äußerst charmante ostdeutsche Außengastronomie mit einem karibischen Stroh-Sonnenschirm die volle Punktzahl abräumen. Bei den Jungs von der Sicherheit wurde dann allerdings mit heißer Nadel gestrickt, was uns jedoch nicht vom Stadionbesuch abhielt.

Wie eingangs bereits erwähnt, war die gegenüberliegende Hintertortribüne gesperrt und der Block U ließ sich neben uns nieder – was mich bereits Wochen vorher abfuckte. Man will ja schon sehen, was so eine Heimkurve optisch und akustisch zu bieten hat, selbst wenn der Club bereits abgestiegen ist. Als das Spiel dann jedoch begann, ging (vermutlich) auf beiden Seiten ordentlich die Post ab und man fand immer mehr Gefallen an der direkten Nähe. Außenstehende auf der Haupt- oder Gegentribüne können es akustisch vielleicht besser beurteilen, als wenn man selbst mitten drin steht. Aber gefühlt pushte die direkte Anwesenheit des Block U jeden einzelnen im Gästesektor, sodass in den ersten 15 Minuten ordentlich Feuer in der Kiste war. Direkte Antworten auf Pöbelgesänge des Gegners machten die Sache zusätzlich interessant.

Auf dem Grün drehte unser Trainer Andre Pawlak die Startelf auf links und so bekamen heute die Reservisten eine Chance um sich zu beweisen. Kessler, Bader, Sobiech, Geis, Hauptmann, Özcan und Terodde begannen für Horn, Schmiz, Höger, Risse, Mere, Drexler und Cordoba. Zumindest vom Ergebnis her sah es zur Pause ganz gut aus. Simon Terodde markierte seinen 29.Saisontreffer (3.) und sicherte sich damit, wenig überraschend, die Torjägerkanone. Die Gäste schossen eine Fahrkarte nach der anderen oder scheiterten an FC-Keeper Thomas Kessler (1./2./11./18./36./42.). Im zweiten Durchgang kamen die Magdeburger zum letztlich verdienten  Ausgleich durch Lohkemper (53.), was aber nicht wirklich jeder mitbekam.

Denn ein paar Sekunden zuvor versuchten ein paar vermummte Magdeburger über den Zaun unter dem Dach in den Gästesektor zu gelangen. Da sich auf unserer Seite auch schnell ein paar gleichgesinnte einfanden, blieb es wohl bei einem Versuch. Im Anschluss wurden unnötiger Weise noch feurige Gastgeschenke ausgetauscht, woraufhin Schiedsrichter Sven Waschitzki die Begegnung für vier Minuten unterbrechen musste. Polizei und Sicherheitsdienst sorgten schließlich wieder für Ordnung.

So endete die letzte Auswärtstour des Jahres, von der sicher jeder Anwesende seine eigene Story mit nach Hause nimmt. Ganz bestimmt wird dabei die Rückfahrt eine Rolle spielen. Denn es entwickelte sich eine ziemlich ekstatische Busparty mit reichlich nackter Haut. Diese fand irgendwann am Montagmorgen in Köln sein Ende. So kann und muss es weitergehen!

Wir wünschen all unseren Wegbegleitern sowie allen Kutten, Fans und Hooligans eine erholsame Sommerpause. Lasst es Euch gut gehen und ladet den Akku für die anstehende Erstligasaison wieder auf.

Come on FC

pannemann