9.Spieltag: Mainz – Köln 3:1

Nun stand Sie also auf dem Zettel, die englische Woche. Mit den wichtigen Spielen in Mainz, Saarbrücken und in Düsseldorf. Außerdem blieb in dieser Woche zusätzlich Zeit, um auch unsere zweite Mannschaft bei den Heimspielen gegen den SV Lippstadt und Fortuna Düsseldorf II zu unterstützen. Beginnen sollte die fußballreiche Woche aber am Freitagabend beim Mitkonkurrenten in Mainz. Nach einem schlechten Start in die Saison (aus im DFB-Pokal, 2 Siege, 6 Niederlagen) und einer emotionsgeladenen Pressekonferenz vor dem Spiel, war bei den ansonsten immer gut gelaunten 05ern ordentlich Druck auf dem Kessel. Eigentlich gute Voraussetzungen, um mit 4.000 Schlachtenbummlern im Rücken einen „big point“ im Kellerduell zu landen..    

Da die allermeisten aus unserer Gruppe noch das ein- oder andere am Freitagvormittag zu erledigen hatten, entschlossen wir uns für eine Anreise mit Kleinbussen. Bei herrlichem Herbstwetter / in den Herbstferien ging die Anreise recht easy über die Bühne. Aufgrund nicht vorhandener Staus, erreichten wir den Gästeparkplatz der Arena bereits zur Toreöffnung, zwei Stunden vor Spielbeginn. Während man sich an den letzten alkoholischen Vorräten zu schaffen machte, steuerten zwei Abtrünnige eine Kneipe im Stadionumfeld an. Wie letztlich eine volle Falsche Captain Morgan zum Anstoß in den Gäste-Sitzplatzbereich gelangt ist, bleibt wohl eines dieser vielen merkwürdigen Vorgänge an diesem Freitagabend.

32.000 Zuschauer wollten sich an diesem Abend den Klassiker nicht entgehen lassen. Mit einem feurigen Fähnchen-Intro gab der Gäste-Stehplatz-Sektor unserem Team die Richtung vor. Und diese folgten mit einer unveränderten Startformation im 4-2-3-1-System. Der erste Treffer von Kainz wurde aufgrund einer aktiven Abseitsposition von Schaub zu Recht aberkannt (4.), aber nur zehn Minuten später zählte der nächste Treffer. Simon Terodde erzielte ihn per Drehschuss und heizte dem Gästesektor damit zusätzlich ein (14.).

Unerklärlicher Weise stellte der FC fortan das Fußballspielen ein und ließ sich, von hoch pressenden Mainzern den Schneid abkaufen. So war es wenig verwunderlich, dass es nach vielen Mainzer Chancen (15./19./21./33./35.) mit einem 1:1 in die Pause ging (Boetius/21.). Nach der Pause hätte es eigentlich 2:1 für den FC stehen müssen, aber Zentner fischte einen abgefälschten Schaub-Schuss aus dem unteren Eck (57.). Im direkten Gegenzug nagelte der Mainzer Quaison einen Fernschuss mit wahnsinnig viel Effet zum 2:1 in die Maschen (57.). Weitere sechs Minuten später setzte es das nächste  Kapitel im Hinblick Mainz vs. Köln und Elfmeterentscheidungen. Während man vor zwei Jahren (in der Abstiegssaison) durch eine glasklare Schwalbe von Pablo de Blasis mit 1:0 in Mainz verlor (Elfmeter), gab es nun einen ebenso klaren Handelfmeter von Schiedsrichter Willenborg zu beurteilen. Da er die Situation vermutlich nicht gesehen hatte, kam das Signal aus Köln, von dem wunderbaren und neuen Video-Schiri. Doch während der Schiedsrichter sich die Szene auf dem Monitor anschaute und das ganze Stadion sich auf den Elfmeter vorbereitete, entschied der gute Mann aus Osnabrück auf weiterspielen.

Unabhängig davon, dass dieser Drecks VAR vermutlich so ziemlichen allen Stadionbesuchern das Stadionerlebnis zerstört, ändert sich in puncto Gerechtigkeit rein gar nichts. Es wird durch dieses Instrument scheinbar nur noch viel offensichtlicher, welche Vereine in der Bundesliga erwünscht sind und welche regelmäßig die Arschkarte ziehen (11m Drexler in WOB, rote Karte Mere Hertha, gelb-rot Sane S04).

Wie der geneigte Leser merkt, ist der Autor auch drei Tag später noch immer nicht über diese Entscheidung hinweg gekommen. Nichts desto trotz, hat es sich unsere Mannschaft natürlich selbst zu zuschreiben, nach dem frühen 1:0 nicht mit aller Vehemenz den 05ern den Zahn zu ziehen. Dass Timo Horn in der Schlussphase noch ein haltbarer Ball durch die Hosenträger rutscht, passt zu diesem Abend (Öztunali/82.). Im Endeffekt muss man nach diesem Spieltag sogar noch glücklich sein, dass das Teilnehmerfeld im Abstiegskampf weiterhin eng beisammen ist. Was nun zu tun ist, dürfte also am kommenden Sonntag in Düsseldorf einem jeden Kölner klar sein.

Trotz der Niederlage entwickelte sich auf der Rückfahrt ein recht standesgemäßer Freitagabend. Etwas überraschte war dabei sicherlich ein Feyenoord-9er, den man auf einer Raststätte zwischen Mainz und Köln antraf. Die Jungs haben echt die Ruhe weg.

Nach einer recht kurzen Nacht riefen uns am Samstagmittag unsere Amateure ins Franz-Kremer-Stadion. Bei wunderbarem Herbstwetter fand sich auch unsere Geschäftsführung und unser Cheftrainer auf der Tribüne ein. Da bei den Gästen aus Ostwestfalen lediglich der Kapellmeister auf seinem Schlagzeug im Gästeblock überzeugen konnte, landeten unsere Amateure einen ungefährdeten 4:1-Sieg und bleiben damit in der Spitzengruppe der Regionalliga West vertreten. Der Vollständigkeit halber, zogen auch unsere A- und B-Junioren mit Siegen entsprechend nach.

Am Dienstag geht es nun in Völklingen um den Achtelfinaleinzug im DFB-Pokal. Gegner ist der Tabellenführer der Regionalliga Südwest, der in den bisherigen 18 Pflichtspielen erst einmal von Bayern Alzenau bezwungen werden konnte (bei 16 Siegen). Wer hier also einen Spaziergang erwartet, wird in Saarbrücken vermutlich ein böses Erwachen erleben. Also packen wir es hellwach an..

Come on FC

pannemann