DFB-Pokal: Saarbrücken – Köln 3:2

Die zweite Runde im DFB-Pokal bescherte uns ein Auswärtsspiel beim Traditionsclub 1.FC Saarbrücken. Der Spitzenreiter der Regionalliga Südwest hatte in der ersten Runde den SSV Jahn Regensburg ausgeschaltet und ist in bisher 16 Pflichtspielen erst einmal als Verlierer vom Platz gegangen. Da sich der Ludwigspark  seit gefühlten 10 Jahren im Umbau befindet und die Saarbrücker nicht ins ungeliebte Homburg umziehen wollten, fand das Spiel im kleinen Hermann-Neuberger-Stadion in Völklingen statt. 6.800 Zuschauer sahen im ausverkauften Rund einen denkwürdigen Pokalabend.

Mit einer Anstoßzeit am Dienstagabend um 18:30Uhr war am heutigen Tage nicht mehr viel möglich in Bezug auf Arbeit, Studium oder sonstigen Nebentätigkeiten. Mit zwei Kleinbussen starteten wir unsere heutige Expedition im Ruhrgebiet und dem Rheinland. Bei klarem Himmel und tiefen Temperaturen entschlossen wir uns auf dem Hinweg für die „Abenteuerrute“ mitten durch die Eifel. Bekanntermaßen endet hier ja irgendwann die Autobahn A1 und man fährt sicherlich eine Stunde lang durch die schönsten Käffer der Eifel, um anschließend wieder auf die A1 zu gelangen. Die „Rock am Ring“ – Freunde sowie die Motorsportfreunde der „grünen Hölle“ werden ein Lied davon singen können.

Nachdem GPS, Navigation und Handynetz irgendwann wieder parat kamen, sahen wir in Wittlich die Möglichkeit einer kleinen Stärkung. Am „real“ wurden die Getränkevorräte aufgefüllt und an der Fleischtheke ziemlich üppige Leberkäsbrötchen für faire 1,50Euro erworben. Kurze Zeit später fanden wir uns in der FC-Blech-Karawane in Richtung Stadion wieder. Motoradpolizisten empfingen uns auf der A1, sodass man ab der Abfahrt bereits unter Beobachtung stand. Die einheimische Polizei hatte die Begegnung als Hochrisikospiel eingestuft und war in heller Aufregung, als sich unsere SV’ler unterwegs verabschiedeten.

Eine Stunde vor Spielbeginn erreichten wir den Gästeparkplatz, der direkt neben dem Stadion lag. Die Kontrollen gingen unter Aufsicht der Polizei recht zügig und unkompliziert über die Bühne und so stand man kurze Zeit später in der dezent ausgeleuchteten Ranzbude. Da die meisten von uns die ganzen 0815-Tempel in der ersten und zweite Liga in und auswendig kennen, war das heute schon ne ganz geile Nummer.

Unser Coach veränderte die Startelf auf sechs Positionen. Alle Name hier auf zu listen, würde wohl den Rahmen sprengen. Daher beginnen wir doch mit einem wirklich heißen Intro aus unserem Gästesektor. Die Heimkurve der Saarländer ließ zunächst Papptafeln im weiten Rund erscheinen, während in den nachfolgenden 90 Minuten permanent gefackelt wurde.

Im ersten Durchgang begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe. Ein Klassenunterschied war nicht aus zu machen, weshalb es ohne Tore in die Kabinen ging. Im zweiten Abschnitt kam das Heimteam mit Wucht zurück und erzielte durch einen Doppelschlag eine 2:0-Führung (53./57.). Anschließend brauchte der FC einige Zeit um sich zu schütteln und endlich mal eigene Chancen zu kreieren. Während den Saarbrückern die Kräfte ausgingen und die meisten Spieler mit nervigen Behandlungspausen Zeit von der Uhr nehmen wollten, gelang dem FC kurz vor dem Spielende noch der Ausgleich durch Hector (71.) und Terodde (84.). Das Momentum lag nun wieder auf der Seite vom FC, was den Saarbrücker Mittelfeldspieler Tobias Jänicke allerdings herzlich wenig juckte. Denn der traf in der Nachspielzeit zum letztlich verdienten 3:2-Sieg für den Regionalligisten.

Viel peinlicher kann man vermutlich nicht aus dem Pokal ausscheiden. Aber auch den Gastgebern merkte man an, dass sie in den letzten 15 Jahren wohl hauptsächlich gegen irgendwelche Provinzvereine gekickt haben. Das Abspielen und abfeiern eines „bye bye Colonia“ Liedes im Stadion lässt jedenfalls kaum einen anderen Schluss zu. Da fragt man sich zu nach Abpfiff tatsächlich, für was man sich mehr schämen soll.

In einem Mc’es wurden auf dem Rückweg schließlich noch die Wunden geleckt, ehe wir gegen Mitternacht unsere geliebte Domstadt erreichten.

Am Mittwochabend machte sich ein kleiner aber feiner Mob lautstark bei den Amateuren bemerkbar. Aber auch sie konnten die 1:2-Niederlage unserer zweiten Mannschaft gegen die zweite von Düsseldorf  nicht verhindern.

Wenn du mit dem Rücken zur Wand stehst, hilft nur der Angriff nach vorne. Und genau darum geht es am Sonntag. Keiner würde aktuell wohl nur einen Pfifferling auf unsere rot-weißen Götter setzen. Aber es liegt an uns allen, den kommenden Sonntag dahingehend zu gestalten, um unseren Kontrahenten die Grenzen auf zu zeigen und den zweiten Auswärtssieg der Saison zu feiern.

Come on FC

pannemann