10.Spieltag: Düsseldorf – Köln 2:0

Nach 22 Jahren gab es nun also mal wieder ein Derby in der ersten Bundesliga gegen Fortuna Düsseldorf. Da wir in diesem Jahrtausend erst einmal in der Saison 2013/2014 (in Liga zwei) gegen den Rheinrivalen ran durften, fühlte sich die ganze Sache etwas anders an, als beispielsweise ein Spiel gegen Mönchengladbach oder den FC Schalke 04. Einige ältere Semester (jenseits der 40) mögen das vermutlich anders bewerten. Aber wie dem aus sei, sportlich steckte jede Menge Brisanz in der Begegnung, da beide Teams mit sieben Zählern im Tabellenkeller rum dümpelten.

Nachdem sich am Vorabend der Begegnung beidseitig schon mal beschnuppert wurde, setzte am Spieltag ein konspirativer FC-Mob nach Düsseldorf über, während der weitere Teil des Anhangs hauptsächlich die beiden Entlastungszüge der Tri Trail Rental GmbH nutzte. Wie es der Zufall so wollte, überholte uns auf der Anreise die S6 nach Essen, welche in den letzten Tagen auf ansprechende Art und Weise umdekoriert wurde.

Bereits 20 Minuten vor Stadiontoröffnung erreichte man den Eingangsbereich. Gegenüber dem letzten Auswärtsblocksturm in Düsseldorf aus dem Jahr 2013, schienen die Verantwortlichen nun dazu gelernt zu haben. Neben den bereits bekannten Gitterkanälen hatte man nun zusätzliche mobile Dreh-Eingangstore installiert. Insofern lief die Sicherheitskontrolle recht ruhig und geordnet ab. Da man es sich mit der aktiven Fanszene jedoch im Oberrang gemütlichen machen wollte, war für den letzten step ein kleiner Kraftakt nötig.

Schlussendlich fanden sich vermutlich alle Interessierten im Oberrang wieder und entrollten das „Fight-Club“-Banner. Zum Intro gab es heute in beiden Kurven etwas zu sehen. Während im Gästeblock mit Fahnen, Pyro und Rauch die Teams begrüßt wurden, gab es in der Heimkurve eine Choreographie zu sehen. Von der Idee her sicherlich ganz geil, von der Umsetzung her wohl nicht ganz optimal, da die Blockfahnen und Papptafeln runter gingen, als die beiden Rauchtöpfe (in Höhe der Eckfahnen) starteten. Zudem wären die Blockfahnen wohl besser rüber gekommen, hätte man sie ausgemalt. Nutzt daher zum Ende des Jahres gerne nochmal den Besuch im Phantasialand, für etwas visuelle Nachhilfe, mit ein paar Freifahrten im Talocan.

Gegenüber der Pokalpleite in Saarbrücken gab es beim FC fünf Änderungen in der Startelf. Bereits nach elf Minuten hätte es 1:0 für den FC stehen müssen. Aber Simon Terodde köpfte völlig frei stehend am Fortuna-Kasten vorbei. Vierzehn Minuten machten es Rouven Hennings auf der Gegenseite etwas besser. Aber sein Kopfball landete am Außenpfosten (25.). Trotz vieler kleiner Fouls und Nickeligkeiten war der FC im ersten Durchgang präsenter. Das Tor erzielte jedoch mal wieder der Gegner, aufgrund eigener Unzulänglichkeiten in der FC-Defensive. Dieses Mal durch einen unnötigen Strafstoß (Czichos an Morales), den Rouven Hennings sicher verwandelte (38.). Mit diesem Ergebnis ging es in die Pause.

Mit jeder Menge Pyrofackeln wurde unseren rot-weißen Göttern zu Beginn des zweiten Durchgangs eingeheizt. Und die schienen verstanden zu haben. Terodde (50.), Schindler (51.), Schaub (59.) und erneut Terodde (60.) brachten die Kugel allerdings nicht im Kasten unter. Auf ähnlich dilettantische Art und Weise wie in Saarbrücken, kassierte man stattdessen das 2:0 (61.). Sofern man zukünftig weiterhin vorne die ganzen Fahrkarten schießt und sich defensiv so naiv verhält, wird man in der ersten Liga nichts zu bestellen haben. Entsprechend abgefuckt trat man die Heimreise an.

Auch in den Tagen nach dem Spiel gab es viel Unruhe im Verein und dem Umfeld, da viele mit der Entlassung von Trainer Achim Beierlorzer gerechnet hatten. Letztlich müssen sich alle FC-Verantwortlichen und Fans allerdings am Freitag gegen Hoffenheim die Frage stellen, was wichtig ist?!? Agiert man gegeneinander, oder versucht man weiterhin und mit aller Macht als 12.Mann hinter der Mannschaft zu stehen? Natürlich ist die Lage angespannt und schwierig. Aber die Tabelle ist im unteren Drittel weiterhin eng beisammen und den turn around wird man nur gemeinsam schaffen können. In diesem Sinne!

Come on FC

pannemann