14.Spieltag: Union Berlin – Köln 2:0

Die Motivation an einem kalten Dezembersonntag zum FC-Auswärtsspiel nach Berlin zu fahren war eher so im Minusbereich. Hauptverantwortlich dafür sind die aktuellen sportlichen Darbietungen unserer Rot-Weißen-Götter auf dem Grün. Aber wie sagte einst der große Jan Delay „Ein Fuchs muss tun, was ein Fuchs tun muss“. Glücklicherweise feierte die Wilde Horde am 07.12. ihr 23-jähriges Gruppenbestehen, und konnte für alle „Partygäste“ ein nettes Rahmenprogramm im Berliner Umland auf die Beine stellen.

Unser Fußballwochenende begann allerdings am Freitagabend. Letztmals in diesem Jahr bot sich die Möglichkeit, unabhängig vom Spiel unserer ersten Mannschaft, auch die zweite Mannschaft vom FC zu unterstützen. Um 19:30Uhr gastierte der Stadtrivale aus der Südstadt im Franz-Kremer-Stadion. Trotz Dauerregen, Wind und kalten Temperaturen war das Stadion in beiden „Fankurven“ gut besucht. Es gab durchgehenden Support auf beiden Seiten. Zum Intro konnten die Gäste mit pyrotechnischen Erzeugnissen etwas wärme verbreiten und das Spiel schlussendlich mit 1:0 gewinnen. Damit revanchierten sie sich für die 0:1-Pleite aus dem Hinspiel. Nach mittlerweile vier Spielen ohne Sieg, steht man mit Platz fünf zwar weiterhin absolut super dar. Der Rückstand auf Platz eins ist allerdings auf elf Punkte angewachsen.

Im Anschluss an das Spiel gab es in Köln noch einen gemütlichen Geburtstagsumtrunk von einem Gruppenmitglied, während man sich am Samstagmittag bereits auf dem Weg in Richtung Berlin befand.

Mehrere hundert „Ultras, Fans und Hooligans“ folgten der Einladung der Wilden Horde, um sich am Vorabend des Spiels einzustimmen und das 23jährige Bestehen der Gruppe zu feiern. „Am Ende der Straße, lag das Haus am See“ – welches alles zu bieten hatte, was man für eine gute gemeinsame Zeit benötigt. Vielen Dank für die Top Orga und die gemeinsame Zeit. Sowas hält für mich die Motivation, auch in sportlich schweren Zeiten aufrecht.

Zeitig klingelte man nächsten Morgen der Wecker. Der anvisierte Kneipenbesuch im Stadtteil Köpenick wurde vor Ort von den dortigen Ordnungshütern unterbunden, sodass sich der örtliche Kiosk an der S-Bahn-Station über den umsatzreichsten Tag des Jahres freuen konnte. Per pedes legten wir schließlich die letzten Meter zum Gästeblock zurück. In besonderer Erinnerung blieb uns dabei der „Wuhle-Wanderweg“.

Zum Intro hatten die Coloniacs eine Choreo geplant, die vor Ort allerdings nicht genehmigt wurde. So erstrahlte der Gästesektor lediglich in einheitlich weißen Ponchos. Der Choreo-Aufbau aus dicken PVC-Stangen mit einem folierten Spruchband musste draußen bleiben. Sehr schade um die Arbeit, den langen Transportweg und schlussendlich das Ergebnis im Stadion.

Mal abgesehen von den fragwürdigen Materialverboten und der Union-Freundschaft mit MG, bietet dieses Stadion einfach alles, was sich der Fußballfan wünscht. Über 80% Stehplätze, ausreichend Platz für Zaunfahnen, einen Holzkohlegrill mit leckerem Fleisch zu fairen Preisen sowie Bargeldzahlung. Dass es heute ausschließlich alkoholfreies Bier gab, wollen wir hier als fetten Minuspunkt natürlich nicht unerwähnt lassen.

Sportlich gab es beim FC vier Änderungen in der Startelf. Sobiech, Katterbach, Ehizibue und Cordoba begannen für Hector (Gelbsperre), Czichos (Gelb-Rot-Sperre), Jacobs und Modeste. Der FC überließ dem Heimteam weitestgehend das Spielfeld und lauerte auf Konter. Außer zwei gut getretenen Freistößen von Verstraete (24./29.), sprang für den FC im ersten Durchgang nichts Nennenswertes heraus. Wie es besser geht, zeigte Sebastian Andersson auf der Gegenseite. Nach einem Eckball konnte dieser relativ unbehelligt aus fünf Metern zum 1:0 für Union einköpfen (33.).

Die 22.012 Zuschauer sahen in der ausverkauften alten Försterei auch im zweiten Durchgang ein identisches Bild. Die meisten wichtigen Werte wie Laufleistung, Passquote und gewonnene Zweikämpfe gingen alle an die Eisernen. So war es kaum verwunderlich, dass nach dem 2:0 durch Sebastian Andersson (50.) das Spiel quasi gelaufen war. Kaum einem FC-Spieler merkte man an, diese Niederlage abwenden zu wollen. Dabei wäre man mit einem Sieg bis auf einen Punkt an den Relegationsplatz heran gerutscht.

In der aktuellen Situation gibt es wirklich überhaupt keinen Punkt, der einem die Hoffnung auf den Klassenerhalten geben könnte. Alles sieht nach einer weiteren Horrorsaison, wie vor zwei Jahren aus. Als Gründe kann man sicherlich eine völlig falsch zusammengestellte Mannschaft aufzeigen, denen der Teamgeist und die Charakterfrage völlig abzugehen scheint. Was man als sich als Fan wünscht, ist doch lediglich, dass sich die elf Mann auf dem Platz für den Verein zerreißen und den Abstiegskampf endlich annehmen, ohne dabei permanent durch undisziplinierte Platzverweise

oder unnötige Elfmeter ins Hintertreffen zu geraten. Wenn man diesen Prämissen folgt und es am Ende aufgrund der mangelnden Qualität im Kader nicht für den Klassenerhalt reicht, ist es eben so. Aber auf diese Art und Weise um den Abstieg zu betteln macht einen wirklich nur noch wütend.

Vielleicht könnte man das tun, was man in der zweiten Liga versäumt hat – der Jugend eine Chance geben. Ismail Jakobs und Noah Katterbach sind erste gute Beispiele. Ihre Kollegen aus der A- und B-Jugend Bundesliga-West zeigen wie es geht. Die B-Jugend konnte mit einem 3:0-Sieg bei Fortuna Düsseldorf Platz eins behaupten und auch die A-Jugend mit einem 0:0 bei Preußen Münster den Vorsprung auf Platz zwei ausbauen.

Come on FC

pannemann