23.Spieltag: Berlin – Köln 0:5

Dank der kölschen Feierlichkeiten am Karnevalswochenende, schickt uns die DFL nun bereits seit vielen Jahren weit weg von unserer Heimatstadt. Nach den legendären Touren nach Ingolstadt, Aue, Cottbus oder Hamburg, war in dieser Saison die Bundeshauptstadt an der Reihe. Für die meisten Feierwütigen kein wirklich leichtes Unterfangen, denn die Abreisezeit sollte in den frühen Samstagmorgen fallen. Rein sportlich war das Spiel allerdings extrem wichtig, denn die Hertha rangiert mit drei Punkten mehr, nur einen Platz vor unseren rot-weißen Göttern.

Wir konnten nach langer Zeit mal wieder einen eigenen Bus auf die Straße bringen, der zusammen mit den weiteren Szenebussen am frühen Samstagmorgen startete. Mit dem Morgengrauen erwachten auch die meisten Mitreisenden, als wir auf die A2 wechselten. Bei Frikadellenbrötchen, Krombacher-Pilsbier, Kartenspielen und Musik (vom besten DJ der Welt) verging die Fahrt über die A2 wie im Fluge. Die Schnapsrunden taten ihr Übriges dazu bei, dass man in Berlin vor der Kälte geschützt war. Bereits vor Öffnung der Stadiontore erreichten wir das Olympiastadion. Somit blieb noch genügend Zeit, um im Biergarten „Preußisches Landgasthaus“ die Hertha-Fans zur den Personalien Windhorst und Klinsmann zu befragen. Die Rückmeldungen waren überraschend positiv. Die meisten waren einfach froh, dass „hier mal wieder Leben rein kommt und etwas passiert“. Bleibt nur zu hoffen, dass dieser Traditionsclub den Anteilsverkauf von knapp 50 Prozent an den Investor Lars Windhorst über kurz oder lang nicht bereuen wird. Den kurzfristigen Erfolg wird man mit 200 Millionen Euro jedenfalls definitiv nicht kaufen können. Da kann man sich gerne beim HSV und Herrn Kühne erkundigen, der ja noch nicht einmal 20 Prozent Anteile am Club besitzt, aber dennoch gerne im operativen Bereich mitmischen möchte.

Einige Suff-Nasen verbrachten schließlich den kompletten Tag im preußischen Landgasthaus, während andere FC-Fans an der Eingangskontrolle vor dem Gästeblock verzweifelten. Polizei und Ordnungsdienst erweckten hierbei den Eindruck, als wenn man die wartenden FC-Fans bewusst abfucken und hinhalten wollte. Zu einer Eskalation kam es glücklicherweise nicht und bis zum Ende der ersten Halbzeit waren schließlich alle Kostümierten im Gästesektor. Trotz Materialverbot und sehr genauen Kontrollen, gab es zu Beginn der zweiten Halbzeit dann doch noch ein angemessenes, feuriges Intro.

Zu diesem Zeitpunkt führte unser Team nach einer Galavorstellung bereits mit 3:0 (Cordoba 4./22., Kainz 39.). Vor 46.207 Zuschauern im Berliner Olympiastadion gab es beim FC vier Wechsel in der Startelf. Schmitz, Leistner, Kainz und Rexhbecaj begannen für Katterbach, Hector (beide verletzt), Bornauw (Sperre) und Drexler. Unsere Truppe verteidigte 1A und ließ im ersten Durchgang keinen Abschluss der Hertha zu. Dafür ging im Umschaltspiel die Post ab und man führte vollkommen verdient mit 3:0 zur Pause.

Im zweiten Durchgang zeigte sich die alte Dame zwar leicht verbessert, aber spätestens mit dem Konter zum 4:0 (Kainz/62.) war der Deckel drauf. Abschließend vollendete Mark Uth einen Freistoß zum 5:0 (70.) und versetzte damit den enthusiastischen Gästesektor vollends in den Feiermodus. Was anschließend auf der Rückfahrt abging, ist wirklich kaum in Worte zu fassen. Es war eine der geilsten Auswärtstouren der letzten Jahre. Hier passte einfach alles. Karneval, Alkohol, Musik, Essen und vor allem das Ergebnis. Mit Blick auf den Rosenmontag konnten alle Anwesenden diesen Erfolg ausgiebig abfeiern.

Trotz aller Euphorie beträgt der Vorsprung auf den Relegationsplatz weiterhin sechs Punkte. Es wird also umso wichtiger sein, in den kommenden Heimspielen gegen S04, Düsseldorf und Mainz die letzten Zweifel am Erreichen des Saisonziels zu beseitigen.

Kurz noch ein Blick auf die anderen Mannschaften vom FC. Unsere Amateure konnten nach sieben sieglosen Spielen mal wieder einen Punktgewinn im Heimspiel gegen den TuS Haltern verzeichnen. Nach dem Tor in der Nachspielzeit durch Lukas Nottbeck, steht unsere zweite Mannschaft weiterhin im gesicherten Mittelfeld der Regionalliga West.

Mit Siegen in Bochum (0:1) und zu Hause gegen Schalke 04 (2:1) behauptete unsere A- und B-Jugend ihre Spitzenposition in der Weststaffel der Fußball-Bundesliga. So kann und muss es weitergehen!

Come on FC

pannemann