24.Spieltag: Köln – Schalke 3:0

Ein ereignisreiches Wochenende liegt hinter uns. Positives gibt es einmal mehr aus sportlicher Sicht beim FC zu vermelden. Dem gegenüber steht der dritte Todestag unseres verstobenen Gruppenmitglieds Simon. Zu guter Letzt ereigneten sich unter anderem in Sinsheim Dinge, welche die bundesweite Fanlandschaft in den nächsten Wochen beschäftigen werden. Aber fangen wir mit den positiven Dingen an. Und da wäre am Samstagabend um 18:30Uhr der Westschlager unter Flutlicht gegen den FC Schalke 04. Nach den Auftritten der letzten Wochen, durfte man sich aus FC-Sicht eine echte Siegchance ausrechnen.

Zuvor ging es um 11Uhr jedoch zum Heimspiel unserer A-Jugend ins Franz-Kremer-Stadion gegen den Wuppertaler SV. Die Bergischen wurden mit 4:0 besiegt, sodass Platz eins in der Bundesliga-West-Staffel verteidigt werden konnte. Noch besser machte es am Sonntag unsere B-Jugend beim SV Lippstadt. Nach dem 12:0 dürfte ihnen die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft kaum noch zu nehmen sein. Wegen Unbespielbarkeit des Platzes im Stadion Rote Erde, wurde die Regionalligabegegnung unserer Amateure bei Borussia Dortmund am Sonntagnachmittag leider abgesagt.

Vor dem Heimspiel am Samstagabend gegen den FC Schalke 04, trafen wir uns um 14Uhr, um uns das Südwestderby zwischen Waldhof Mannheim und dem 1.FC Kaiserslautern im SWR an zu gucken. Nach Pizza, Bier, Wein und einem recht umkämpften Spiel im Carl-Benz-Stadion, setzten wir nach Köln-Müngersdorf über.

50.000 Zuschauer im ausverkauften Stadion freuten sich auf diesen Westschlager unter Flutlicht. Beim FC gab es zwei Änderungen in der Startformation. Der von Schalke ausgeliehene Mark Uth durfte gegen seinen Club nicht spielen. Für ihn kehrte Jonas Hector zurück in die Startelf. Den verletzten Raphael Czichos ersetzte der zuletzt gelb gesperrte Sebastian Bornauw.

Am 27.02.2017 verstarb unser Gruppenmitglied Simon an den Folgen einer Krebserkrankung. Ihm zu Ehren haben wir an seinem dritten Todestag ein Banner in unser Mundloch im Süd-Oberrang gehängt. Wir hoffen du verfolgst da oben genauso gespannt wie wir die aktuell sehr positive sportliche Entwicklung unseres Clubs. Du fehlst uns ungemein und wir hoffen, dass du an diesem Samstag ähnlich viel Spaß hattest, wie wir im Stadion. Der hell erleuchtete Himmel kurz vor dem Anpfiff ließ zumindest darauf schließen.

Der FC kam richtig gut rein in die Partie, presste früh, war gierig auf Balleroberungen und ein schnelles Umschaltspiel. So entstand auch das vermeintliche 1:0, dass allerdings durch eine Abseitsposition von Kainz keine Anerkennung fand (7.). Zwei Minuten später war es dann wieder einmal ein Standard, den Sebastian Bornauw überragend zu seinem 5. Saisontreffer einnetzte (9.). Kurz vor der Pause war es erneut eine schnelle Balleroberung im Mittelfeld, in dessen Folge Jhon Cordoba auf die Reise geschickt wurde. Er ließ Alexander Nübel keine Chance und so stand es 2:0 zur Pause (39.). Auch im zweiten Durchgang hatte S04 nicht viel entgegen zu setzen und zu allem Überfluss ließ der etwas bemitleidenswerte Alexander Nübel einen Kainz-Schuss zum 3:0 passieren (75.). Damit war das Dingen durch und unsere Truppe feierte somit den bereits 7.Sieg aus den letzten 9 Spielen. Es ist aktuell wirklich kaum zu glauben, was unsere sportliche Leitung aus der Trümmertruppe von Anfang Dezember gemacht hat. Der Klassenerhalt ist zwar noch lange nicht eingetütet, aber es macht aktuell einfach nur einen riesengroßen Spaß, dieser Truppe auf dem Platz beim Spielen zu zusehen.

Abschließend möchten wir noch kurz auf ein anderes Thema eingehen, was sich beim Spiel zwischen der TSG Hoffenheim und dem FC Bayern München abgespielt hat.

Wie in vielen anderen Stadien auch, machten Fankurven mittels Spruchbändern auf die erneute rolle Rückwärts des DFB zu Kollektivstrafen aufmerksam. Natürlich nicht, ohne Ross und Reiter beim Namen zu nennen. Dass aufgrund der Beleidigungen auf dem Spruchband beide Mannschaften den Spielbetrieb für die letzten 20 Minuten einstellten und Herrn Dietmar Hopp mit stehenden Ovationen bedachten, löste im Anschluss eine riesige mediale Welle in Bezug auf Hass und Beleidigungen in unseren Fußballstadien aus. Laut DFB/DFL soll nun zukünftig bei Hassplakaten oder sonstigen Verfehlungen, über einen „Dreistufenplan“ das Spiel ggf. abgebrochen werden. Somit wird von den oberen Herren weiter an den Stellschrauben gedreht, hin zu einem aalglatten Event, wie beispielsweise der FIFA-WM. Vielleicht sollten sich die feinen Herren mal hinterfragen, warum die Heimspiele der Nationalmannschaft kein Mensch mehr sehen will – weder im Stadion, noch im TV. Weil man nicht mehr mitgenommen wird, weil es keinen mehr berührt! Es geht nur noch um Kohle.

Seit der Jahrtausendwende besuchen wir nun nahezu jedes FC-Spiel, aber was sich seit der Heim-WM 2006 hier in Deutschland (für den aktiven Stadiongänger) zum negativen geändert hat, habe ich mal versucht in eine paar wenigen Stichworten zusammen zu fassen.

Montagsspiele, Videobeweis, Umgehung von 50+1, Kollektivstrafen, Materialverbote, Alkoholverbot(e), Fußballverein vs. „Marke“, E-Sports, Millionengehälter, Schwarz-Rot-Geil, Die Mannschaft, Pokalfinale mit Helene Fischer, Spieltagzerstückelung um mehr TV-Gelder zu generieren (Sky, DAZN, Eurosport, Magenta), Stadionverbote ohne Ermittlungsverfahren/Beweise/Prüfung.

Dem gegenüber stehen die allermeisten Ultragruppen, bzw. diese Subkultur, die versucht, gegen diesen Kommerz und für die alten Werte des Fußballs ein zu stehen. Verrückter Weise finden innerhalb dieser Gruppen die Jugendlichen ihren halt, der in dem Millionengeschäft Fußball lange auf der Strecke geblieben ist. Nicht nur, dass die allermeisten Ultra-Gruppen das soziale Engagement und das antirassistische miteinander vorleben. Es sind letztendlich auch die selbstfinanzierten Choreographien, die das Stadionerlebnis und das Hochglanzprodukt Bundesliga so einzigartig machen und mit prägen.

Natürlich gibt es in diesen Gruppen auch Hass, Gewalt und Grenzüberschreitungen. Aber wer sich IN unseren Stadien allen ernstes nicht mehr sicher fühlt oder Anzeige erstattet, weil er beleidigt worden ist, dem ist absolut nicht mehr zu helfen.

Es bleibt abschließend nur zu hoffen, dass sich der Konflikt zwischen den aktiven Fanszenen und den handelnden Person des DFB/der DFL nicht noch weiter hoch schaukelt. Wir wollen doch einfach nur unseren Sport in seiner Ursprungsform zurück – denn dafür lieben wir ihn!

Come on FC

pannemann