30.Spieltag: Mönchengladbach – Köln 1:3

Nach dem furiosen Sieg gegen Mainz stand am 30. Spieltag das wegweisende Derby in Mönchengladbach an. Wegweisend deshalb, weil sich zeigen würde, ob der FC sich eine realistische – und nicht nur rechnerisch mögliche – Chance für den Einzug ins internationale Geschäft erspielen wird. Um sich auf das Spiel einzustimmen, trafen wir uns bei bestem Osterwetter in einem Kölner Brauhaus. Trotz der gelösten Stimmung bei Speis und Trank, war kaum einer optimistisch, dass der FC den nächsten Derbysieg einfährt. Zu enttäuschend war das letzte Auswärtsspiel bei Union Berlin und zu oft hat der FC gegen Gladbach richtig schlecht ausgesehen. Nachdem das letzte Kölsch ausgetrunken war, ging es zum Hauptbahnhof, von wo aus der Entlaster nach Mönchengladbach genommen wurde. Nach einer ereignislosen Fahrt fand man sich im Gästeblock wieder. Diesmal jedoch nicht im Stehplatzbereich, sondern im angrenzenden Sitzplatzbereich. Mit Blick auf den übervollen Stehplatzbereich, kann man sagen: alles richtig gemacht; den Online-Tickets sei Dank. Obwohl mir richtige Eintrittskarten dennoch lieber sind. Die ersten Gesänge ertönten in guter Lautstärke aus dem Gästeblock und man merkte, dass die kölschen Schlachtenbummler motiviert waren. Mindestens genauso motiviert war die Mannschaft, die bereits durch Modeste in der 5.Minute in Führung ging. Der FC erspielte sich in Folge weitere gute Chancen und erhöhte nach 20 Minuten durch Kainz auf 2:0. Der Gästeblock war natürlich am Toben und hatte nun endgültig die akustische Überlegenheit im Borussia Park. Die Heimseite zeigte einige Spruchbänder gegen Betretungsverbote und stellte nach dem 3:0 durch Ljubicic (34.) den Support quasi ein.

Wer – wie ich – befürchtete, dass die Gladbacher wütend und nach vorne stürmend aus der Kabine kommen würden, und der FC den greifbaren Derbysieg aus der Hand gibt, sah sich eines Besseren belehrt: Die Mannschaft ließ nur wenig anbrennen und spielte auch nach dem 1:3 in der Schlussphase das Ding souverän herunter. Somit konnte ausgiebig der dritte Derbysieg in Folge über Gladbach gefeiert werden, während man in die langen Gesichter der einheimischen Landwirte blickte. Nach einer etwas müßigen und ereignislosen Rückfahrt ging es für einige noch in die Kneipe, wo auf den Derbysieg angestoßen wurde. Nach dem Spieltag bleibt festzuhalten, dass die Qualifikation für den Europapokal nicht nur Träumerei, sondern ein realistisches Szenario ist. In diesem Sinne: Vorwärts FC, immer weiter!

Khodadad Azizi