32.Spieltag: Augsburg – Köln 1:4

Nach drei Siegen in Folge stand für den 1.FC Köln das Spiel gegen den FC Augsburg an – ein Gegner gegen den man in den letzten 10 Jahren nur einen einzigen Sieg einfahren konnte. Daher waren die Hoffnungen auf drei Punkte eher überschaubar. Immerhin hat Union am Vorabend zwei Punkte liegen lassen und die Konkurrenten aus Freiburg bzw. Sinsheim sollten gegeneinander spielen.

Für unsere Reisegruppe ging es zunächst mit einem Zugausfall los, allerdings sollte dies kein Problem darstellen, da eine halbe Stunde später ein anderer ICE in Richtung Süddeutschland rollte. Für diesen Zug hatte ein gewisser Herr R. seinen gültigen Fahrausweis, der natürlich sehr erfreut darüber war, dass wir doch noch gemeinsam die Hinfahrt bestreiten würden. Bei mehr oder minder geistreichen Gesprächen und einigen Getränken, verging die Zeit recht fix. Am Augsburger Hauptbahnhof angekommen mussten wir noch auf eine weitere Reisegruppe warten, sodass die Zeit mit Nahrungsbeschaffung und der Beobachtung von anderen FC-Fans verbracht wurde, die – leicht angeheitert – der einheimischen Bevölkerung ihre Gesangskünste präsentierten. Mein persönliches Highlight während der Wartezeit war jedoch ein Kölner, der unseren Haufen leicht aggressiv und schwer angetrunken musterte und fragte „Wat is?! Kalk oder Vingst?“. Der gute Mann war auch noch nach dem Spiel etwas krawallig drauf und forderte irgendwelche Leute im Brauhaus zum Einzelkampf vor der Tür auf, jedoch wollte keiner auf das Angebot einsteigen. Schade! Alles Gute auch von uns an dieser Stelle.

Zurück zum Wesentlichen: Zum Intro gab es im Gästeblock eine schicke Choreo mit Fahnen im Retrolook zu sehen. Außerdem sorgte die Anwesenheit eines Staubsaugers im Block für Heiterkeit. Irgendeinen Wortwitz damit, dass der FC in der ersten Viertelstunde die Augsburger wegfegte, erspare ich euch an dieser Stelle. Aber ja, die Mannschaft legte wieder furios los und führte schon früh durch die Tore von Thielmann und Uth. Überrascherweise hat der Staubsauger den ausgelassenen Torjubel nicht unbeschadet überstanden, da eine Verkettung von unglücklichen Umständen dazu führte, dass er gegen den Zaun flog.

Mit einer 2:0 Führung für den FC und einer gemischten Tüte (kann man übrigens auch mal im Müngersdorfer Stadion einführen) für uns, ging es in die Halbzeitpause. Es war schon beachtlich, dass die Mannschaft hier einen solchen Auftritt hinlegte und auch nach dem Seitenwechsel daran anknüpfte, sodass Modeste in der 63.Minute auf 3:0 erhöhte. Zwar erzielten die Augsburger noch einen Anschlusstreffer, doch Modeste machte in der 77.Minute endgültig den Deckel drauf. Die Stimmung im Gästeblock war natürlich ausgelassen und es wurde noch bis weit nach Abpfiff der Partie mit und ohne Mannschaft gefeiert.

Bis zur Rückfahrt hatten wir noch genug Puffer, sodass im Brauhaus gespeist und sich mit ausreichend Getränken eingedeckt wurde. Einer vergnügsamen Rückfahrt stand nun eigentlich nichts mehr im Wege. Dachte man. Allerdings war die Schaffnerin not amused über das Fanverhalten einiger Kölner und wollte einen Wagen durch die Bundespolizei räumen lassen. Die hatten allerdings wenig Interesse daran, sodass sich die Schafferin irgendwann erbarmte den Zug freizugeben. Es entwickelte sich eine feuchtfröhliche Rückfahrt, bei der wahlweise vom Ausscheiden in der Play-Off der Conference League gegen einen moldawischen Vertreter und dem Gewinn des UEFA-Cups fabuliert wurde. Auch das skandalöse Urteil gegen Boris Becker tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Kopf hoch, Champ!

Mit zweistündiger Verspätung kamen wir letztlich in Köln an, während es für einige Reiseteilnehmer noch weiter in Richtung Ruhrpott bzw. Sauerland gehen sollte. Hierbei wurden die Jungs anscheinend von einem Porno-Regisseur darüber aufgeklärt, worauf es beim Geschlechtsverkehr ankommt. Ich hoffe, ihr habt gut aufgepasst! In diesem Sinne: Gemeinsam nach Europa!

Khodadad Azizi